

Seit Februar 2023 erfasst das französische Forstamt (Office National des Forêts) die Besucherzahlen im regionalen Naturschutzgebiet „Mardelles de Prémery“ im Département Nièvre mithilfe von zwei Kiomda-Zählern, die aufgrund fehlender Netzabdeckung vor Ort manuell ausgelesen werden müssen. Die Daten werden an den Verwaltungsausschuss des Reservats übermittelt und dienen vor allem dazu, die Auswirkungen der Maßnahmen zu bewerten, die zur Steigerung der Attraktivität des Gebiets ergriffen wurden.
Das im Département Nièvre gelegene regionale Naturschutzgebiet „Mardelles de Prémery“ verdankt seinen Namen rund fünfzig Waldtümpeln und Mooren, die inmitten der staatlichen und kommunalen Wälder liegen. Diese seltene geologische Formation bewahrt in ihren Torfschichten fossile Pollenkörner, die eine Rekonstruktion des Klimas und der Vegetation der Region über einen Zeitraum von mehr als 15.000 Jahren ermöglichen. Das Gebiet wird seit den 1960er Jahren von Mitarbeitern des Forstamtes untersucht, wurde jedoch erst 2015 offiziell als Naturschutzgebiet eingestuft, um seinen rechtlichen Schutz zu gewährleisten. Es beherbergt geschützte Arten wie den Königsfarn, den Schwarzstorch und den Zwergadler und bietet der Öffentlichkeit Zugang über fünf Lehrpfade sowie Holzstege, die die Moorflächen durchqueren, ohne diese zu beschädigen.
In diesem Gebiet, in dem sich Holzwirtschaft, Tourismus und Naturschutz überschneiden – das ONF führt dort zudem Renaturierungsmaßnahmen durch und bewirtschaftet die Auswirkungen von Dürreperioden sowie Borkenkäferbefall bei Fichten –, war das Besucheraufkommen bislang eine Unbekannte. Seit Februar 2023 sind zwei Fußgängerzähler, die mit modifizierten Vandalismusschutzgehäusen für eine einfachere manuelle Auslesung ausgestattet sind, im Herzen der kommunalen und staatlichen Waldgebiete installiert. Eine große Herausforderung vor Ort: Das Gebiet ist nicht durch das Mobilfunknetz abgedeckt. Die Daten werden daher über ein WLAN-Modul abgerufen, das sich bei Bedarf mit dem Smartphone eines Mitarbeiters verbindet, wenn dieser vor Ort ist – eine Methode, die den Arbeitsaufwand erhöht.
„Das Gerät ist in einem Gebiet ohne Netzabdeckung installiert. Ich muss persönlich vor Ort sein, um die Daten auszulesen, aber leider habe ich viele andere Aufgaben.“
Diese Einschränkung wiegt umso schwerer, da der interne Speicher der Geräte begrenzt ist: Erfolgt die Auslesung in zu großen Abständen, gehen Daten über einen Teil der Besucherströme verloren.
Der Zähler ermöglichte es zunächst, von bloßen Schätzungen abzurücken, da das Besucheraufkommen in diesem Gebiet zwar gering und unregelmäßig war, aber zuvor nie gemessen wurde.
„Wir haben die Besucherzahlen und deren Entwicklung über das Jahr hinweg beobachtet. Das liefert uns Informationen über die Frequenz. Sie ist sporadisch, und bis dahin konnten wir sie nicht beziffern.“
Die analysierten Ergebnisse – nicht die Rohdaten – werden an den Verwaltungsausschuss des Reservats übermittelt, ohne weitere Empfänger: „Keine weiteren Begünstigten“, präzisiert der Verantwortliche. Für das ONF ist der Zähler jedoch kein direktes Steuerungsinstrument: „Die Zähldaten dienen nicht dazu, die Art und Weise, wie wir den Ort verwalten, zu ändern.“ Sie dienen vielmehr als Ergebnisindikator für ein parallel laufendes Entwicklungsprogramm, das darauf abzielt, die wichtigsten Standorte im Hinblick auf Biodiversität und Besucherempfang zu identifizieren und diese anschließend neu zu gestalten – etwa durch die Instandsetzung von Wegen oder das Aufstellen von Mobiliar –, um den Standort langfristig attraktiver zu machen. Das Reservat ist klein und das Besucheraufkommen gering, was die Verwaltung anspruchsvoll macht und eine ganzjährige Überwachung erfordert: „Die Messungen ermöglichen es uns, die Wirksamkeit unserer Maßnahmen zu bewerten.“