Fallstudien
Naturräume und Freizeit

Voie Verte du Val de Sioule: Wie lässt sich die Besucherzahl ermitteln, ohne den Boden aufzugraben?

21 Aug 26
Communauté de Communes de Saint-Pourçain Sioule Limagne
8/10
Vom Kunden ausgedrückter Empfehlungswert

Seit 2021 erfasst der Gemeindeverband Communauté de Communes de Saint-Pourçain Sioule Limagne das Fußgänger- und Radverkehrsaufkommen am Coteau des Chapelles, einem ökologisch sensiblen Gebiet in Gannat, sowie entlang des Voie Verte du Val de Sioule mithilfe von fünf Kiomda-Zählern. Die über das LTE-M-Netz übertragenen Daten dienen sowohl dem Management des Naturschutzgebiets als auch als Grundlage für Finanzierungsanträge für den Radweg.

Key Points icon
Die wichtigsten Punkte
  • Auftraggeber: Communauté de Communes de Saint-Pourçain Sioule Limagne
  • 5 Geräte: 2 reine Fußgängerzähler + 3 kombinierte Fußgänger-/Radfahrerzähler
  • Ausgestattete Standorte: Coteau des Chapelles (ENS, Gannat) und Voie Verte du Val de Sioule
  • Einsatz seit 2021, schrittweise Erweiterung
  • Automatische Datenübertragung über LTE-M-Netz, in 15-Minuten-Intervallen
  • Interne Datennutzung, anschließend Integration in Finanzierungsanträge und institutionelle Kommunikation
  • Ein Gerät im Außeneinsatz gestohlen/zerstört
  • Unsere Themenseite

    Der Coteau des Chapelles, der als ökologisch sensibles Gebiet (Espace Naturel Sensible) eingestuft ist und in Zusammenarbeit mit dem Conservatoire d'Espaces Naturels de l'Allier verwaltet wird, ist ein Kalkhang mit Trockenrasen, die in Frankreich selten sind: Bis zu neun Wildorchideenarten wurden dort neben über 350 Pflanzenarten nachgewiesen. Die Pflege kombiniert leichte mechanische Eingriffe mit extensiver Beweidung durch lokale Landwirte, um eine Verwaldung der Flächen zu verhindern. Der Voie Verte du Val de Sioule verläuft auf der Trasse einer 1932 in Betrieb genommenen ehemaligen Eisenbahnlinie, die heute vollständig dem nicht-motorisierten Verkehr – Fußgängern, Radfahrern, Skatern und Kinderwagen – vorbehalten ist und sich über etwa 26 Kilometer zwischen Gannat und künftig Saint-Pourçain-sur-Sioule erstreckt. Der erste 17 Kilometer lange Abschnitt, der Gannat über Saulzet, Le Mayet-d'École und Broût-Vernet mit Bayet verbindet, dient sowohl der Freizeit und dem Tourismus als auch dem Alltagsverkehr.

    Diese beiden Standorte haben wenig gemeinsam – außer der Schwierigkeit, ihre Besucherzahlen ohne zahlreiche Bodeninstallationen objektiv zu erfassen. Dies überzeugte die Communauté de Communes de Saint-Pourçain Sioule Limagne, bereits 2021 einen ersten Zähler zu installieren und das System später auf fünf Geräte zu erweitern: zwei reine Fußgängerzähler am Coteau des Chapelles in Gannat und drei kombinierte Fußgänger- und Radfahrerzähler entlang des Radwegs. Die erste Anschaffung im Jahr 2021 erfolgte durch einen Kollegen, der die Gebietskörperschaft anschließend bei der zweiten Ausstattung beriet.

    „Das Gute am Radweg war, dass sowohl der Fußgänger- als auch der Radverkehr erfasst wurden. Es waren keine baulichen Maßnahmen am Boden erforderlich, da das System ausschließlich über Mobilfunkzellen funktioniert. Das ist einer der großen Vorteile der Hardware.“

    Im Außeneinsatz blieb die Ausrüstung nicht verschont: Eines der Geräte wurde gestohlen. „Wir hatten einen Vorfall mit Diebstahl bzw. Zerstörung. Das ist bedauerlich, aber es liegt nicht an Ihnen“, räumt die Gebietskörperschaft ein, die die Lösung selbst nicht infrage stellt.

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    Die Daten, die alle 15 Minuten übermittelt werden, dienen zunächst internen Zwecken, bevor sie in Tätigkeitsberichte einfließen oder zur Unterstützung von Finanzierungsanträgen und der institutionellen Kommunikation rund um den Radweg genutzt werden. Am Coteau des Chapelles helfen sie dabei, Pflegemaßnahmen an die Empfindlichkeit des Standorts anzupassen und die Besucherzahlen hervorzuheben; auf dem Radweg dienen sie dazu, die Bedeutung der Strecke zu belegen, die tatsächliche Nutzung zu verstehen und die getätigten Investitionen zu rechtfertigen.

    Die Gebietskörperschaft erkennt jedoch eine Nutzungsgrenze an: Die Messung wird vor allem auf geschlossenen und linearen Routen relevant und finanzierbar, während sie auf offenen Wanderwegen kaum umsetzbar wäre.

    „Auf Wanderwegen ist es schwierig, die Besucherzahlen zu erfassen. Das wäre zu teuer. Auf geschlossenen Anlagen wie dem Radweg ist das möglich.“

    Sie weist zudem allgemeiner auf eine Hürde für andere Gebietskörperschaften hin: „Die Datengewinnung ist mit Kosten verbunden, und nicht alle Kommunen sind bereit, diese zu tragen.“

    Auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet die Gebietskörperschaft die Lösung mit einer 8. Bisher wurde kein weiterer Standort ausgestattet, aber man arbeitet mit dem Département de l'Allier zusammen, das für das Netz der Outdoor-Aktivitäten zuständig ist und die Lösung bereits kennt – ein potenzieller Multiplikator für weitere Einsätze im Gebiet.

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